04 Mai 2007

Es lebe die DVD!

Unser Exsila-Filmkritiker Pavona hat eine Hymne auf die DVD geschrieben, aus welcher er sogar in der Sonntagszeitung zitiert wurde. Den Artikel dazu könnt ihr hier lesen. Danke Pavona!

Die Digitale Evolution: Vom Fernseher zur DVD
von Pavona, offizieller Exsila-Engel

Mittlerweile wird im Fernsehen so viel Schrott angeboten, dass ich bei mir zuhause, neben meiner Papier- und Glassammlung, eine zusätzliche Sammelstelle für "ditigalen Sondermüll" eingerichtet habe. Da aber umweltbewusstes Denken gefragt ist und mir der wöchentliche Ausflug zur Sondermülldeponie Kölliken zu umständlich wurde (leider gibt’s noch keine staatliche organisierte "Digitale Müllabfuhr"), habe ich in Sachen Filme einen anderen Weg eingeschlagen: DVDs, was vergleichbar ist mit dem Ausdruck "Digital verwertbare Daten".

Dieser Umstieg, mich gezielten und nicht zufälligen audiovisuellen Genüssen hinzugeben, hatte auch ein ganz neues Lebensgefühl sowie die Stabilisierung meines mentalen Egos zur Folge. Jetzt kann ich mich nämlich schon frühmorgens darauf freuen, am Abend einen ganz bestimmten Film, eine Serie oder Dokumentation zu sehen. Durch diese Vorfreude, auch als "preejakulative Filmlust" bekannt, gewinnt der Tag enorm an Qualität, denn die Ungewissheit über das abendliche Fernsehprogramm weicht dem Wissen einer gezielten, selbstgetroffenen Filmauswahl – und das wirkt befreiend.

Befreiend ist generell die Loslösung vom Fernseher, denn immer mehr versucht uns die "Glotze" mit fiesen Tricks an ihre Mattscheibe zu binden. Zum Beispiel Serien sind ein typisches Beispiel fernsehorientierter Sklaverei, bei welcher wir ahnungslosen Bürger einem wöchentlichen bis täglichen aufs Fernsehprogramm ausgerichteten Ablauf folgen. Während man bei früheren Sitcoms wie "Friends" auch einmal eine Folge gegen eine andere Freizeitbeschäftigung, z.B. die Freundin besuchen, austauschen konnte, lassen heutige Serien solche Spontanitäten nicht mehr zu. Schon nur die hohe Todesrate der Protagonisten in der Echtzeit-Serie "24" stellt einem bei einer ausgelassenen Folge vor Rätsel, wenn man die halbe Crew nicht mehr wiedererkennt.

Der gezielte Einsatz von DVDs hilft auch gegen eine weitere Eigenart des Fernsehkonsums: Zappen! Das nervöse und unbefriedigende Gehüpfe zwischen den einzelnen Fernsehkanälen ist nämlich reine Zeitverschwendung und Zeichen für ein katastrophales Fernsehangebot! Freuen tuts hingegen die Fernseh-Hersteller, denn die Abnutzungserscheinungen der Fernbedienungen sind um ein Vielfaches höher. Zappen ist auch ungesund für die eigene Psyche, denn mit jedem Vorwärtsklick bewegt sich unsere Zufriedenheit einen Schritt rückwärts, bis man nur noch deprimiert im Sofa hängt und sich wünscht, den Abend doch mit Freunden oder der Familie verbracht zu haben!

Das Medium DVD gibt uns das Stück Freiheit wieder zurück, welches wir unnötigerweise an die Fernsehindustrie verloren haben. Es tut dem Mensch generell nicht gut, wenn er sich diktieren lässt, egal ob diese Rekrutierung von organischen oder digitalen Quellen erfolgt. Zu schnell ergeben wir uns unseren Zwängen, wenn uns die Möglichkeit der Selbstbestimmung fehlt. Auch wenn es vielleicht abgehoben klingen mag: Die DVD befreit viele Menschen von dem Fernsehzwang und ermöglicht ihnen sogar mehr Freizeitbeschäftigungen, denn mit deiner DVD in der Hosentasche müssen wir nicht jeden Montagabend um die gleiche Zeit zuhause sein, um die nächste Folge "LOST" nicht zu verpassen!

Kommentare:

  1. Welch wahre Worte!
    Nieder mit der TV-Sklaverei, es lebe der Serien-Konserven-Konsum!!!

    AntwortenLöschen
  2. Wann kommt eigentlich wieder McGyver?

    AntwortenLöschen
  3. Jeder sein eigener Programmdirektor :)

    Pavona hat eine gute Schreibe.

    Weiter so.

    JohnSteed

    AntwortenLöschen
  4. Serien-Konserven-Konsum!!! xDxDxD

    AntwortenLöschen
  5. Lebt Ihr denn noch hinter dem Mond!? DVD's sind doch out, es lebe die HD-DVD :-)

    AntwortenLöschen
  6. Was machst du denn in diesem Blog lieber Anonym?

    AntwortenLöschen
  7. Fragt sich nur noch eines: Welche DVD gucken? Eine von Freunden empfohlene Silberscheibe, von Kritikern oder von Marketingabteilungen der Filmindustrie?

    Einen anderen Weg schlägt moviepilot.de ein.

    Hier gibt man Noten zu allerlei Filmen ab. Anhand der Bewertungen werden einem Filme empfohlen. Die kann man dann auf eine Merkliste setzten und im besten Fall auf exsila.ch ordern.

    AntwortenLöschen
  8. Hallo Moviemaniac

    Das ist ein berechtigte Frage, schlussendlich ist keine der drei Varianten "Der Weisheits letzter Schluss"! Filme sind subjektiv!

    Die Marketing-Abteilung der Filmindustrie hat nur die Kohle im Hinterkopf, die Freunde meinen es sicher ehrlich, schlussendlich ist es aber auch wieder Geschmacksache! Und der Filmkritiker ist ebenfalls ein befangener seiner Vorlieben! Ich hüte mich zu behaupten, nur weil ich den Film gut finde (und eine positive Kritik schreibe) muss er auch allen gefallen.

    Daher: Am besten quervergleichen! Bevor ich z.B. einen Film kaufe oder im Kino schauen gehe, lese ich vier, fünf Kritiken - damit erhalte ich eine sehr gute Übersicht und kann auf dieser Grundlage entscheiden. Meistens sind meine Entscheide richtig, habe aber auch schon total danebengegriffen ;-).

    Beste Grüsse
    Pavona

    AntwortenLöschen

Lass uns deine Meinung wissen